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Die Zeit danach
 Teil II
Gästebuch 4

In meinen Diarys wimmelt es von Rechtschreibfehlern, Wortwiederholungen und zu langen Absätzen. Dieses ist darauf zurückzuführen, dass ich die Tagebucheintragen mit vielen Tränen und unter enormen Belastungen geschrieben habe. Dies im Nachhinein zu ändern, wäre nur ein Verfälschen. Bitte haben Sie Nachsicht mit mir;-) 

31. Januar 2010

Endlich hat es jetzt mit der Wohnung geklappt. Solange haben wir für eine Genehmigung warten müssen. Letzte Woche hat er den Mietvertrag unterschrieben. Allerdings ist noch kein Geld da. Patty wohnt seid 1. November bei uns und seitdem warten wir auf seine Rente und seiner Ersthilfe. Solange dieses Geld nicht da ist, können wir in der Wohnung auch nicht anfangen. Es wundert mich immer wieder wieviel Zeit sich die Behörden lassen. Was wäre wenn Patty nicht bei uns wohnen würde? Nicht auszudenken.

Wir sind ebenso genervt, insbesondere Armin. Er hat Probleme sich mit Pattys Verhalten und Krankheit auseinanderzusetzen. Ich glaube sogar das Armin sich überfordert fühlt. Durch den alltäglichen Umgang mit Patty bekommen wir seine Krankheit immer mehr mit. Patty hinterlässt uns regelmäßig ein Chaos. Oft läßt er die Nacht zum Tag werden, ist maßlos, unkonzentriert, hibbelig und redet von morgens bis abends unlogisches Zeug. Er sucht ständig nach Aufmerksamkeit. Das allerdings liegt viel an seiner Krankheit. Positiv zu berichten wäre, das er nicht mehr so oft Zungen/ Schlundkrämpfe hat. So kann ich beruhigter zur Arbeit gehen. Nachts versuche ich Patty bis zu einem gewissen Maß abzulenken, allein schon damit Armin nicht all zu viel davon mit bekommt.

Vielleicht wird es besser wenn er in seine Wohnung zieht. Mit dem Auto bin ich in 10 Minuten bei ihm, sollte wirklich der Notfall eintreten. Ansonsten werde ich ihn regelmäßig weiter zu den Behandlungen fahren, seine Medikamente einteilen und sein Geld verwalten, bis eine andere Lösung gefunden wird. Ich denke mir einfach das die Kostenzusage für die psychische Krankenpflege und/oder Pflegedienst ebenfalls sehr lange dauern wird. Den Rest erledigt seine Betreuerin. Sammy wohnt schon eine längere Zeit bei seiner Freundin. Er ist mein Jüngster und ist als erster auf eigenen Füßen. Manchmal schmerzt mich das, denn ich habe das Gefühl das sein Auszug eine Flucht vor der familiären Situation ist. Patty bewohnt zur Zeit sein altes Zimmer, das zu einem heillosem Chaos mutiert ist. Cally hat im Mai seine Abschlussprüfung zum Bürokaufmann und ist am überlegen ob er noch eine Zusatzausbildung zum Immobilienkaufmann macht. Natürlich bestärke ich ihn darin.

Jetzt könnte mein Leben so schön verlaufen. Meine Kinder sind erwachsen und Armin und ich gehören ja noch nicht zum alten Eisen. Wir könnten jetzt anfangen zu genießen, wenn da die Sorge um unseren ältesten Sohn nicht wäre. Manchmal macht mich das richtig traurig und ich frage mich ob ich überhaupt noch für eine Zukunft planen kann. Jedesmal wenn ich etwas geplant habe, ist es wegen irgendwelcher familiären Probleme/ Geschehnisse zunichte gemacht worden.

Ich selbst bin müde und abgespannt. Fühle mich oft zwischen den Stühlen wenn es wieder Dispute wegen Armins Ungeduld und Pattys Eskapaden gibt. Es knallt sehr oft bei uns. Mitten ins solchen Situationen wünschte ich mich oft an einem anderen, friedlicheren Ort. Meist passiert das wenn ich nach meinem sowieso schon langen Arbeitstag zu Hause einfinde. Ich versuche mich dann sehr ruhig und sachlich zu verhalten, denn sehr oft steht es hier vorm Eskalieren. Es würde überhaupt nichts bringen mit der Faust auf dem Tisch zu hauen, denn das würde die Situation nur verschlimmern.

Durch die langen schlaflosen Nächte mit Patty merke ich auch wie meine Konzentration nachlässt. Vor allen Dingen auf der Arbeit schleichen sich Fehler ein. Ich bin ein Mensch der konzentriert und zielstrebig arbeitet, aber im Moment fühle ich mich schusselig, unkonzentriert und überfordert. Noch schaffe kleine Fehler auszubügeln, aber wenn die Belastung weiter geht bin ich mir nicht mehr so sicher das ich meinen Job so gut ausführen kann.

Es gibt Tage da will ich meine Füße nicht aus dem Bett stecken, weil ich weiß das mich sofort die Verpflichtungen überrollen werden. Ich möchte dann nur schlafen, schlafen, schlafen und vergessen wo oder in was ich mich gerade befinde. Die Rollen im Job, in der Ehe, als Mutter, als Hausfrau, als Freundin oder Vertraute in denen ich ständig schlüpfe, hinter mir lassen und in eine Welt flüchten die nur mir gehört. In der nichts von mir erwartet wird, sondern in der auch ich mal erwarten darf. Eine Welt in der ich keine Verpflichtungen habe, keine Sorgen, keinen Streit, keine Krankheiten, keine Drogen, keine Müdigkeit und keine Depression. Eine Welt in der ich nicht die Starke sein muß, denn ich bin nicht stark. Ich werde nur durch die immer wiederkehrenden Situationen zur Stärke gezwungen, doch in Wirklichkeit bin ich schwach und sensibel. Ich bin feinfühlig und möchte endlich weinen und wütend sein und überhaupt möchte ich so sein wie ich wirklich bin. Die Rollen die ich spiele sind Rollen in die mich mein alltägliches Leben zwingt hinein zu schlüpfen. Ich möchte lebenslustig sein, doch irgendetwas in mir sagt das ich das nicht kann. Allein die Krankheiten sei es meine Mutter, meine Schwester, Armins oder Pattys machen auch mich krank, obwohl ich von allen die Gesündeste bin.

Mein Gefühl ist das ich nicht jammern darf oder kann, denn allen anderen meiner Familie geht es gesundheitlich schlecht. Ich will aber jammern und deswegen tue ich es hier in meinem Tagebuch. Mir geht es ebenfalls besch*****.  Nicht gesundheitlich, bis auf die kleinen jämmerlichen Wehwechen die man vielleicht in meinem Alter auch mal haben darf. Ich bin einfach nur unglücklich und traurig. Das kann auch richtig wehtun. Es brennt in meinem Herz und macht es schwer. Ich zerfließe in Selbstmitleid und will keinen daran teihaben lassen. Ich kenne die Hilflosigkeit in meiner Familie und meinem Bekanntenkreis. Man kann mir zu nichts mehr raten, ausser das ich es akzeptieren und damit leben muß. Ich habe den Kampf über die Drogensucht und Krankheit meines Sohnes verloren und beginne einen neuen Kampf zur Rettung meiner Ehe und um ein einigermaßen harmonisches Familienleben. Ich kämpfe in meinem Job und meinen Alltag und habe Angst auch diese Kämpfe zu verlieren. Am meisten habe ich aber Angst davor mich selbst zu verlieren, an meine Zweifel und an mein jämmerliches Selbstmitleid. Liegt es an der Jahreszeit, weil ich alles so dunkel sehe, oder ist wirklich nur Dunkelheit um mich herum? Will ich mein Leben nur so schwarz sehen, oder kann ich die schönen und positiven Dinge nicht mehr wahrnehmen? Ich habe keine Antwort darauf, ich weiß nur das es mir zur Zeit verdammt schlecht geht. Patty schluckt seine Rauschmittel um aus seiner erlebten Welt zu entfliehen. Was gibt es für mich? Nichts, ausser der quälende Gedanke was in meinem Leben falsch gelaufen ist. Armin läßt seinen ganzen Unmut raus, während ich ihn in mich reinfresse. Ich fühle mich von den Behörden hintergangen, so richtig im Stich gelassen, obwohl so langsam ein Licht zu sehen sein sollte. Ich vertraue auf nichts mehr. Die ganzen letzten Jahre sind mir sehr auf die Nerven gegangen und erst recht die letzten Monate. Warum kann ich für mich keine Hilfe in Anspruch nehmen? Warum kann ich mich nicht bei meinem Arzt ausk*****, der wird ja schließlich für mein Gejammere bezahlt. Warum habe ich nur so große Angst davor die Beherschung zu verlieren? Die größte Angst habe ich davor wieder so tief in die Depression zu verfallen und nicht mehr daraus zu finden. Nur wer schon einmal in so eine Krise war, der kann auch meine Angst verstehen. Für alle anderen brauche ich doch nur den berüchtigten Tritt in den Hintern. Dann klappt das auch wieder. Bis jetzt habe ich noch meine aufgesetzte Fröhlichkeit, wie lange kann ich die noch halten. Es kommt der Tag da brökelt die Fassade und das ist meine größte Angst.  

 

3.Februar 2010 

Gestern und heute waren Patty, Sammy, seine Freundin und ich in Pattys Wohnung um zu renovieren. Als wir die Tapeten abgerissen haben, der Schock. Sämtliche Aussenwände haben einen extremen Schimmelbefall. Alles ist feucht und nass, der Schimmel schmierig. Ich habe sofort die Wohnungsgesellschaft angerufen und sämtliche Arbeiten in der Wohnung beendet. Morgen habe ich einen erneuten Termin mit der Wohnungsgesellschaft. Ich werde da keinen Handschlag mehr machen, bevor das nicht behoben worden ist. Ich hbae mir extra Urlaub genommen um bei der Renovierung zu helfen. Es ist noch kein Geld da und jetzt kommt das noch. Es ist zum Mäusemelken!

Patty muß am 15. Februar zum Haftantritt.  2007 ist er zur Zahlung laut Amtsgericht wegen unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sie fordern jetzt den gesamten Betrag. Ich kann es ihm noch nicht einmal vorstrecken, da meine finanziellen Mittel bedingt durch die höheren Kosten seid er bei uns wohnt sehr eingeschränkt sind. Habe heute mit der Staatsanwaltschaft telefoniert. Ich habe ihnen erklärt das Patty schwerst erkrankt ist und nicht hafttauglich. Wenn seine Rente auf die wir ja jetzt fast 4 Monate warten aufs Konto ist,  ich sofort den Betrag überwiesen werde. Jetzt haben wir erst einmal bis zum 30. Februar Zeit. Ich glaube mittlerweile nicht, das bis dahin Geld auf dem Konto ist. Pattys Betreuerin hat alles beantragt und die Sache ist auch am laufen, aber wann????????????????????

So langsam ist die Luft raus.

Nächste Woche habe ich mit Patty einen Termin beim Psychosozialen Trägervein. Er wird dort weiter behandelt. Mit seinen Spritzen, die er dort regelmäßig bekommt klappt das ganz gut. Auf das Gespräch mit dem Arzt bin ich gespannt, denn eigendlich sollte sich die Behandlung nicht ausschließlich auf Medikamente ausgerichtet sein. Ich möchte schon das er die eine oder andere Therapie bekommt, allerdings muß Patty dafür auch wieder wollen. Durch seine fehlende Krankheitseinsicht wird das wieder besonders schwer. Ich könnte auch nicht dafür sorgen das er zu den Therapien fährt, denn meinen einzigsten freie Tag in der Woche ist vollgepackt mit Terminen. Er muß sich selbst dazu motivieren.

13. Februar 2010.

Leider läuft alles gerade nicht so rund. Alles um mich herum gerät aus den Fugen. Meine Schwester ist schwer erkrankt, meine Mutter viel am Weinen

Ich habe den Arzttermin mit Patty am Diensttag wahrgenommen. Er bekommt jetzt eine Tabletteunstellung, da er bereits von Bisberidin die Höchstdosis bekommt.Aufgrund der Prognose seiner Erkrankung antwortete der Arzt, wenn man ihnen den Arm abnimmt, wächst der auch nicht wieder nach. Vielleicht hat der Arzt da nicht die richtige Wortwahl getroffen, denn ansonsten war er recht nett, aber das wollte ich nicht hören!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Er riet mir noch zur Angehörigengruppe, doch die findet zu einem Zeitpunkt statt in der ich arbeiten muß. Später habe ich zuserst die Rentenversicherungsanstalt angerufen um zu erfahren wo die längst fällige Rente bleibe. Nach 10 verschiedenen Sachbearbeitern habe ich dann erfahren das Pattys Rente immer noch um Landschaftsverband geht. Dann habe ich den LVR angerufen, warum die denn noch nie Rente beziehen. Patty wohne ja schon seid November hier.Fazit: November behält sich der LVR, da Patty einige Tage später als den ersten ausgezogen ist. Restliche Rente wird jetzt überwiesen und Ersthilfe gäbe es auch nicht. Begründung konnte er mir nicht nennen, da ich ja NUR die leibliche Mutter bin und nicht seine Betreuerin. Ich war so wütend, so hilflos und so traurig. Er wohnt bei mir, ich fahre zu den Ärzten, kontrolliere die Tabletteneinteilung, finanziere ihm sämtliche Bedürfnisse zum täglichen Leben und dann sagt mir irgendein Sesselpupser ich sei nur die Mutter. Zu Hause kam dann das nächste Chaos. Ich weiß das man von mir erwartet jetzt die Vernünftigste zu sein. Wißt ihr wieviel Kraft das kostet? Immer wieder nur Rückschläge.Immer und Immer diesen kühlen Kopf bewahren.UND IMMER UND IMMER WIEDER ERWARTET MAN VON MIR VERNUNFT!!!!! Immer einen Rat sagend wie es weiter gehen könnte. Meistens gehe ich ja gut gelaunt zur Arbeit weil ich nicht will das man mir das ansieht. Im Großnen und Ganzen arbeite ich auch gern. Nicht an den darauffolgenden Mittwoch. Ich habe die Fassung verloren und geheult wie ein Schlosshund. Armin hatte mich dann frühzeitig von der Arbeit abgeholt und mich zum Arzt gefahren. Ich nehme jetzt zu meinen Medis Beruhigungsmittel, weil mein ganzer Körper am rasen ist. Ebenso bin ich für 2 Wochen krankgeschrieben. Ich kann einfach nicht mehr, ich bin platt.

ICH KANN NICHT MEHR!!!!..............und keine Hilfe in Aussicht.

 

20. Februar 2010

Nach wie vor gibt es nichts neues zu berichten. Nachdem die längst überfällige Rente nach einer Woche immer noch nicht auf dem Konto war, haben wir uns nochmals bein LVR erkundigt. Angeblich ist jetzt die Rente seid gestern raus. Ich fühle mich ver++++! Die Betreuerin war mit Patty wegen der Ersthilfe beim Sozialamt mit dem Ergebnis, das die Sachbearbeiterin bis am Mittwoch kommender Woche erkrankt ist. Wieder ist keiner zuständig, wieder dieses lästige Warten, wieder fühle ich mich ver+++++. Fazit: Patty hat seid fast einen Monat eine Wohnung angemietet, wo noch keine Miete überwiesen worden ist, keine Kaution ( Genossenschaftsanteile), kein Geld für Renovierung geschweige denn sonst irgend eine Unterstützung. Wir selbst können ihn das Geld nicht vorstrecken, trauen uns auch nicht mit kleinen Mitteln zum Renovieren anzufangen, weil wir nicht wissen ob er die Wohnung halten kann.

Die Medikamentenumstellung gestaltet sich ebenfalls schwierig. Patty weigert sich das neue Medikament zu nehmen. Er bildet sich ein das diese erneute Psychosen bewirken. Bis zum nächsten Arzttermin belasse ich es mit der alten Medikation. Er ist erwachsen, der Arzt hat die neue Medikation nicht nur mit mir sondern ihm das bis ins kleinste begründet und ich habe einfach nicht die Nerven mit Patty darüber zu diskutieren. Hinter meinen Rücken nimmt er sowieso die Medis wie es ihn beliebt. Ansonsten klappt es im Großen und Ganzen recht gut mit Patty. Ich habe gerade jetzt wo ich krankgeschrieben bin etwas gelassener über alles hinwegsehen können. Der Spagat zwischen Job, Krankheiten, Haushalt und Familie war doch sehr groß, so das mir keine Zeit blieb Luft zu holen.Am Donnertag werde ich wieder arbeiten gehen, entgegen der Meinung meiner Familie. Ich sehe das mit etwas anderen Augen, es ist ja bequemer wenn Mutter zu Hause ist. Mir hilft auch meine Arbeit ein Stück über den Alltag, aber wo ich meinen Ausgleich finde weiß ich eben noch nicht.

Die nächste Überraschung bescherrte mir mein Jüngster. Ich werde Oma. Natürlich habe ich keinen Freudensprung gemacht. Er ist gerade 20 geworden uns seine Freundin 19. Sammy hat gerade seinen Zivildienst hinter sich und sucht einen Ausbildungsplatz. Seine Freundin ist in einer Maßnahme der Arge und wollte im Sommer ebnefalls eine Ausbildung beginnen. Beide möchten das Baby und wollen sich nach Möglichkeiten erkundigen. Ich werde mich hüten ihnen da reinzureden, habe allerdings beide auf die Verantwortung die da auf sie zukommt aufmerksam gemacht. Ich hoffe nur das Sammy jetzt in den Quark kommt und sich intensiver um Arbeit oder Ausbildungsplatz bemüht. Während Armin sich doch sehr schnell mit den Gedanken angefreundet hat, hatte ich so meine Zweifel. Sammy und seine Freundin sind in dem gleichen Alter wie Armin und ich damals mit unserem ersten Kind. Ich hätte beiden doch ein bisschen mehr unbeschwerte Zeit gegönnt. Als mir aber das Ultraschallbild unter der Nase gehalten wurde, wurde mir doch ganz anders. Ich werde Oma, wahrscheinlich für mich ebenfalls eine ganz andere Erfahrung. Ich habe für die Zukunft so viele Grautöne gesehen, vielleicht ist das ein kleiner Farbklecks. Ach, sie werden es schon schaffen!!!

24. Februar 2010

Rente ist immer noch nicht auf dem Konto, aber zumindestens weiß ich jetzt warum der LVR die Ersthilfe nicht bezahlt. Man lese und staune: Patty bekommt die Ersthilfe nicht weil er nicht übergangslos aus dem Heim in die eigene Wohnung, sondern bei uns eingezogen ist. Das Heim hätte den Antrag stellen sollen, die haben dieses nicht getan. So habe ich das aus einem Telefonat mit Patty Betreuerin erfahren. Jeder schiebt sich jetzt den schwarzen Peter in die Schuhe, denn die Frist ist ja längst abgelaufen. Leidtragende sind ja sowieso nur Patty und wir.. Ersthilfe vom Sozialamt erweist sich ebenfalls als schwierig, da Patty Rente bezieht. Ich habe heute versucht auf Anraten der Betreuerin mit der Sachbearbeiterin vom Sozialmt zu telefonieren. Ich sollte ihr emine und Pattys Situation schildern. Am Telefon fühlte ich mich von dieser herzensguten Dame regelrecht abgewimmelt" Zitat " Ich habe schon der Betreuerin gesagt reichen sie eine Liste für den benötigten Haustand ein und es wird schwierig da ihr Sohn schon berentet wird." Ich hättso losschreien können. Gesagt, getan, Liste geschrieben, mit Patty zum Rathaus gedüst, geklopft.....................erst keine Antwort. Wir öffneten die Tür zwei Damen saßen dort. " Wir schließen um 13 Uhr"  Es war 13Uhr10 und wir haben gefragt ob wir die Liste abgeben dürften. Großzügerweise nahmen diese dann die Liste entgegen und ich................kam mir so entwertet vor. Die Dame war sichtlich genervt und ich...................wie ein Bittsteller. Wie soll ich es erklären/schreiben,..........diese Dame, ihr Blick, ihre Gestik, hat in mir ein Gefühl der Erniedrigung berwirkt. Ich habe schon mal das Gefühl das der eine oder andere Mensch einen von oben herab anschaut, gerade wenn man von der Drogengeschichte und Krankheit meines Sohnes erzählt. Diese Dame hatte so einen Blick, vielleicht bilde ich mir da etwas ein, aber ich habe auch mit der Zeit ein Gespür für solche Situationen oder Personen bekommen.

Auf jeden Fall habe ich den Glauben an Hilfe verloren. Was wäre wenn Patty nicht zu uns gezogen wäre? Ich glaube er wäre hoffnungslos im Drogendsumpf verloren, denn er wäre mit Sicherheit auf der Straße.

Was haben wir erreicht oder nicht erreicht? .

Ich habe das Recht ihm die Tabletten einzuteilen, zu den Ärzten zu fahren, ihn zu versorgen, alles zu finanzieren, seine Wohnung zu renovieren etc. aber kein Recht auf Auskünfte über seine Finanzen, die Behörden zu Unrecht einbehalten haben.

Ich habe kein Recht bei Arztgesprächen, ohne Pattys ausdrücklichen Wunsch dabei zu sein, wie geschrieben nur die Medikamenteneinnahme überwachen.

Ich habe das Recht zuzusehen wie Behörden seine Akte verschlampen, seine Rentenbezüge einbehalten, oder zu spät überweisen( wenn das jemals noch passieren wird).

Ich habe die Pflicht zu akzeptieren wenn Institutionen irgendwelche Fristen nicht einhalten die an Paragraphen gebunden sind, damit mein Sohn nicht die Hilfe bekommt die ihm zusteht............................

und ich habe die Pflicht zu akzeptieren das diese Institutionen keine Konsequenzen für ihre schlampige Arbeit tragen müssen.

Die Gesunheitsfürsorge und Aufenthaltbestimmungrecht hat seine Betreuerin, aber mein Sohn hat auch ein Recht auf seine Krankheit, eigene Entscheidungen und sein Verderben.

Ich habe das Recht zuzuschauen wie mein Sohn ins Verderben rutscht.

Ich habe aber ebnso das Recht das zu verhindern und so lange ich kann werde ich es verhindern,denn.............................................................

           IMMERHIN BIN ICH IMMERHIN NOCH SEINE MUTTER!!!!!!!!!!!!

Ich bin es nicht gewohnt vom Staat Hilfe einzufordern, habe diese selbst noch nicht gebraucht. Leider ist es so das mein Sohn die braucht ,denn ich nicht die finanziellen Mittel habe ihm zu helfen. Ich will nicht als Bittstellerin dastehen, doch ich muß es tun.

 

 

Zu den Anfragen v. Fernesehsender. Journalisten u.s.w. 

Ich habe durch diese HP schon oit Einladungen zu diversen Fernsehsendern, Interviews erhalten. Angeblich um anderen Menschen damit zu helfen, doch ich wollte und will meine Familie schützen. Wie will man eine Geschichte die 13 Jahre anhält in einem 10 Minuten Interview packen.Aus Sensationslust!? Um sich daran zu ergötzen und ich mich vielleicht noch öffendlich Diskusionen aussetzte in wiefern ich Schuld an das Schicksal meines Sohnes beteildigt bin? Kann ich das meiner Familie antun? Vor allen Dingen meinem kranken Sohn um den es ja hauptsächlich geht? Selbst das Interview in der Zeitschrift Laura, sowie die Radiointerviews greifen das Thema nur oberflächlich an. Keiner bis auf ein kleiner Privatsender hat nur ansatzweise darüber berichtet, daß die erste Hilfe bei der Drogenberatung ein Fehlschlag war. Ich möchte hier niemanden den bösen Buben zuschieben, es gibt sicherlich gute Drogenberatungsstellen und Eigeninitiativen, aber ich bzw.Patty hatten eindeutig den falschen Berater. Irgendwie hatte ich damals schon geahnt das es bei meinem Sohn nicht bei dem Cannabiskonsum bleibt. Laut Besucherzähler hat meine HP fast 91000 Menschen erreicht und ein großer Teil kennt  meine fast 13jährige coabhängige Geschichte. Tagebuch veröffentliche ich seid 2003. Ich habe mich fast zum gläsernden Menschen gemacht, indem ich hier vieles aus meinem Leben und Innerstes preisgebe. Auch wenn meine Kinder hier Pseudonyme haben, habe ich vor allen Dingen regelmäßig von Patty berichtet, immer mit dem Gedanken wieviel ich preisgeben darf und kann. Immer vorsichtig nicht seine Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Allein deswegen werde ich keinen Fernsehauftritt machen. Diese Seite klicken nur Menschen an die bewußt nach Drogensucht, Coabhängigkeit, oder Psychose suchen und so wird es bleiben. Diese Menschen googeln nach Informationen oder verzweifelt nach Hilfe. Mein verzweifelter Gedanke bei Gründung dieser HP war doch Menschen zu erreichen, denen es genaus geht wie mir. So soll es auch bleiben und hiermit auch meine Bitte an sämtlichen Verläge und Sender" die diese Seite anklicken. Schreben Sie mich nicht mehr an, ich bin es leid Absagen zu schreiben und werde dieses auch nicht mehr tun.

Vor Behörden muß ich mich fast nackt machen, vor einer senstionslustigen Öffentlichkeit mache ich das nicht.

Ich bitte Sie hiermit weder auf die Schreiber meiner Gästebücher, sowie im Forum zuzugreifen, denn wir schätzen die Anonymität des Internets.

 

Vielen Dank

 

16. März 2010

Endlich läuft alles seinen Gang. Patty hat die Rente von Dezember und Januar überwiesen bekommen. Eine Ersthilfe ist ebenfalls auf dem Konto, die allerdings mehr als die Hälfte weniger ist, als vom LVR zugesprochen war. Das heißt wir müssen streng haushalten. Die Kaution können wir noch nicht bezahlen. Die Betreuerin wollte mit der  Sachbearbeiterin aus der Wohnungsverwaltung verhandeln, so das Patty die Kaution auf monatlich 20-30 € abbezahlt. Heute rief die Gesellschaft an, fragte nach der Kaution und...............die Betreuerin ist im Urlaub. Mal schauen wie es nun weiter geht.

Ich war ja nach meinen Zusammenbruch 14 Tage krankgeschrieben. Nach dem ich dann den ersten Tag wieder arbeiten war legte mich der Norovius ( schwerer Brechdurchfall) flach. So schlimm das mir der Arzt in der Praxis eine Infusion gegen das Austrocknen legen wollte. Leider war dieses unmöglich da ich auch dort nur am Erbrechen u.s.w. war. Zum Schluss habe  Elektrolythe  teelöffelweise geschluckt. Mir war die Sache so peinlich weil ich dann die nächste Krankenmeldung bei meinen Arbeitgeber abgeben mußte. Nach zwei Tagen bin ich dann wieder arbeiten gegangen.  Das ist ja auch schon wieder einige Wochen her und trotzdem fühle ich mich nicht auskuriert. Mein Arzt meint das ich durch die Überlastung und Überforderung wenig Abwehrstoffe habe und wollte mich wieder für eine Reha überreden. Ich mag aber nicht. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr sich erfolglos therapieren zu lassen. Die Zeit in der Reha vor 5 Jahren war zwar schön, aber es ändert sich ja nichts für mich. Ein Urlaub mit meinen Mann wäre mir da lieber.

 

25. April.2010

Patty geht es gut. Seid letzter Woche wohnt er endlich in seiner Wohnung. So lange haben wir gebraucht um die Wohnung zu renovieren, Möbel zu organiesieren u.s.w. Mit Schlampereien bzgl. seiner Rente u.s.w. kämpfen wir noch immer, aber das habe ich jetzt der Betreuerin aufs Auge gedrückt, ich kann es nicht mehr. Viele Köche verderben den Brei, sie hat mehr Erfahrung und vor allen Dingen mehr Rechte, die ich als versorgende Mutter längst verloren habe.

Ich habe eine ganze Zeit nicht schreiben können, da es beruflich sehr stressig war, zumal ich im Rahmen einer Weiterbildung so einiges lernen mußte.

Nun zu Patty. Patty geht es physisch und psychisch immer besser. Er ist viel ruhiger geworden, das wirkt sich auf sein ganzes Umfeld aus. Wie soll ich es beschreiben? Anfangs waren es kleine Schritte, sei es seine Medikamente für einige Tage bereitzustellen, so das er sie eigenverantwortlich nehmen mußte. Oder Aufgaben zu Hause, die er immer besser erledigen konnte. Von mal zu mal wurde das Chaos in seinem Kopf geordneter. Die Krämpfe worunter er ständig litt wurden weniger uns somit brauchte er auch weniger von dem Gegenmittel. Er ist im Moment nur noch auf das notwendigste dosiert und das macht ihn aufnahmefähiger.Während er anfangs nur in Bewegung war, unkonzentriert und kindlich, ist er jetzt viel ruhiger und konzentriert. Wir konnten richtig gut mit ihm planen, vor allen Dingen was seine Wohnung angeht. Wenn dieser Zustand wenigstens so bleiben würde, habe ich gar keine Bedenken das er unter einige Berücksichtigungen alleine wohnen kann. 

Es hat uns alle einschließlich Patty viel Kraft gekostet, aber der Lohn dafür läßt sich sehen.

Wieder einmal frage ich mich dann, ob die Prognose seiner Erkrankung wirklich so ungünstig ist? Nach wie vor fahre ich mit ihm zur Weiterbehandlung zum PTV. Wenn er sich in seine Wohnung eingelebt hat, möchte ich mehr als nur die Medikamente und das Arztgespräch für ihn.. Der Arzt soll sich einfach Gedanken darüber machen ob man Patty nicht weiter rehabilitieren kann und wenn es erst einmal nur Ergotherapien wäre. Natürlich muß Patty das auch wollen. Meine Angst ist einfach nur das wenn er den ganzen Tag mit sich beschäftigt ist, wieder zu Suchtmittel greift. Ich weiß ich werde das nicht verhindern können, aber ihm die Möglichkeit für andere Perspeiven zu zeigen.

 

1. Juni 2010

Leider gibt es nichts gutes zu berichten. Patty hatte an Muttertag einen riesigen Wasserschaden. Das Untertischgerät in seiner Küche ist geplatzt. Die Wohnung unter ihm und seine sind seidher unbewohnbar. Die Schuldfrage noch nicht eindeutig geklärt sodas heute erst mit den Reperaturarbeiten begonnen werden konnte. Seitdem wohnt er wieder bei uns und.......es hat ihn auch psychisch zurückgeworfen.

Nach wie vor ist vieles nicht erledigt. Seine Rente kommt auf Umwegen aufs Konto,z.B. die vom April ist immer noch nicht da und jetzt haben wir Juni. Bis vor kurzem war mir auch nicht klar warum alles schief läuft, insbesondere der ganze Behördenkram. Pattys Betreuerin hat aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt aufgegeben. Sie war nicht mehr, oder nur schwer erreichbar, hat fast nie zurückgerufen, was ärgerlich war wenn es um so wichtige Sachen wie Rente oder Wasserschaden, Ummeldung, ärztliche Behandlung ging. Sie hat ja die Vermögensfürsorge, die Gesundheitsfürsorge, das Aufenthaltsbestimmungsrecht u.s.w. Seid einem halben Jahr haben wir die Probleme und seid etwa zwei Wochen habe ich erfahren das sie ihr Amt wohl abgegeben hat. Der ganze Ärger, der ganze Kampf den ich in den vergangenden Monaten hatte, wäre nicht gewesen wenn ich davon mal früher erfahren hätte. Unsere Stadt hat einen Mangel an Berufsbetreuer und kann keinen mehr stellen. Es ist zum k*****. Nach vielem hin und her habe ich mich als eherenamtliche Betreuerin für Patty vorübergehend zur Verfügung gestellt. Widerum sehr schwierig da der ganze Betreuungskram noch bei dem Betreuungsgericht am letzten Aufenthaltsort ist. Wie schon geschrieben, Patty wohnt seid November wieder hier.

Ich habe wirklich überlegt ob ich das hier noch reinschreiben kann, so unglaublich finde ich das ja selber. Es gibt gerade hier soviel zu nerichten, ich hätte jeden Tag hier reinschreiben können, gerade wie Behörden u.s.w. arbeiten, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich bin es auch leid! Obwohl sich keiner mehr für Patty zuständig fühlte, musste ich mir immer wieder anhören das man mir keine Auskunft geben darf. Wenn mir das jemand anders erzählt hätte, vermute ich würde es nicht glauben. So etwas muß man selbst erst erlebt haben....................Unzählige erfolglose Telefonate, Schreiben ach ich kann es nicht mehr aufzählen. Ich kann nur eins sagen, ich habe mich zeitweilig verarscht und im Stich gelassen gefühlt. Patty wäre ohne uns, schuldlos und nur durch Schlamperei der zuständigen Stellen obdachlos und aufgeschmissen. Ich erahne es nur wie es den anderen Betreuten ergehen muß. Nicht auszudenken! Ich möchte seine Betreuerin nicht schlecht machen, sie hatte bestimmt ihre Gründe aufzuhören, aber die Verkettung dieser unglücklichen Umstände die dadurch entstanden sind, sind für mich ein Skandal. Zum Beispiel habe ich bald eine Woche täglich versucht mit der Betreuungsstelle seines früheren Aufenthaltsort Konatakt aufzunehmen. Nie ging da jemand am Telefon, kein Anrufbeantworter,....nichts. Habe ich dort in der Zentrale angerufen, konnte und wollte man mir keine Auskunft geben. Erst heute nach eineinhalb Wochen habe ich eine neue Durchwahl bekommen und jemanden erreicht. Das ist doch ein Witz, oder........? Selbst die Betreuungstelle am hiesige Ort, sowie der zuständige Richter( mit dem ich auch persönlich gesprochen habe) konnten mir nicht weiterhelfen, solange ich dort niemanden erreicht habe. Wenn man von der Willkür der Behörden abhängig ist uns so hilflos wie mein Sohn,............. ist man verloren.

Ich möchte noch nicht einmal schreiben wie es mir dabei geht, denn mir reicht es schon wenn ich  die vertweifelten Augen meines Sohnes sehe.

Heute werde ich die Betreuungstelle schriftlich und per Fax auffordern die Angelegenheit zum hiesigen Ort zu schicken und mich als Betreuerin einzutragen. Ich bin ja mal gespannt wie lange die sich dafür Zeit lassen.

 

1. Juli 2010

..........................und die lassen sich Zeit. Nichts, aber auch gar nichts ist erledigt. Während ich versuche sämtliche Fristen einzuhalten lassen sich die Behörden sehr viel Zeit. Zeit die Patty nicht hat und Zeit die bei mir sehr eingeschränkt ist. Ich habe per Eilantrag die Betreuung beantragt und das ist einen Monat her. Ich habe noch gar nichts gehört, weder von der hiesigen Betreuungsstelle noch vom früheren Betreuungsgericht am alten Wohnort. Die Betreuerin selbst läßt sich am Telefon verleumden, ruft nicht zurück. Beschwerden bei der Betreuungsstelle, sowie beim Richter führen auch nicht weiter. Morgen wird mal wieder ein Tag sein wo ich nur versuche irgendwas zu erreichen, obwohl das alles kontraproduktiv ist. Pattys und mein Arzt sind nicht gerade begeistert das ich die Betreuung vorrübergehend übernehmen will. Was heißt will, ich muß, unsere Stadt ht keinen weiteren Berufbetreuer mehr zur Verfügung. Mir bleibt nichts anderes übrig um meinen Sohn nicht ganz verelenden zu lassen. Patty lebt nach dem imensten Wasserschaden immer noch bei uns. Die Wohnung mußte erst mit Bautrocknern getrocknet werden, nun sind sämtliche Böden rausgerissen. Es kann noch eine Weile dauern.

Sein Gesundheits und Gemütszustand ist ein ständiges auf und ab. Zwischendurch hatte er auch erneute Schübe, die aber Gott sei Dank nicht allzu lange andauerten.

Im Herbst ist eine erneute Medikamentenumstellung geplant für die er allerdings für ca 6 Wochen in die Klinik muß. Da er nach wie vor unter den massiven Krämpfen leidet die das Fluenxol verursacht, nimmt er starke Gegenmittel. Dieser Medikamentenmix ist dem behandelnden Arzt zu heikel. Er wird nach wie vor vom Psychosozialen Trägervrein behandelt. Obwohl ich mich vor einiger Zeit über die so geärrgert habe, bin ich sehr zufrieden mit dieser Wahl. Man zieht mich in den Behandlungsplan mit ein. Ich kann 24 Stunden lang immer jemanden erreichen und wenn es hart kommt, kommt ein Arzt auch nach Hause. Er kann dort in einer kleinen Abteilung stationär behandelt werden, sowie auch in der dortigen Tagesklinik. Vielleicht hat Patty Glück und kann zur Medikamentenumstellung auch dort aufgenommen werden. Dann bräuchte ich auch nicht so weit zu fahren um ihn zu besuchen.

Cally mein Mittlerer, hat seine Prüfung bestanden und ist nun Bürokaufmann. Ich bin richtig stolz auf ihn. Da er nicht übernommen worden ist, ermutigen Armin und ich ihn weiterzumachen. Er ist sich allerdings noch nicht schlüssig.

3. August 2010

Patty ging es sehr schlecht. Er wollte selbst ins Kranknhaus. In vier Kliniken waren die Kapazitäten so erchöpft, daß man Patty nur als psychischen Notfall aufnehmen hätte können. Das war nicht der Fall, denn er hat sich selbst oder andere nicht in Gefahr gebracht. Sein behandelnder Arzt hat ihn dann ein weiteres Medikament verschrieben. Zumindestens wurde er ruhiger. Dennoch bekommt er eine Fülle von Medikamenten, die ganz schön auf die Psyche schlagen. Kein Wunder das er seine Sucht auf die Medikamente verlagert hat.Er ist nicht abgeneigt sich diese in viel zu hohen Dosen einzunehmen.

Ich mache mir gr0ße Sorgen um seine Gesundheit. Ich habe mich oft dabei erwischt, nachts bei ihm reinzuschauen. Nur um zu gucken ob er noch lebt. Es hört sich makarber an, aber meine Angst um ihn ist allgegenwärtig. Im Juli wo es sehr heiß war, konnten wir nicht einmal die Fenster öffnen, aus Angst davor er hangelt sich dort wieder raus, oder springt gar. So schlimm war der letzt Schub seiner Krankheit. Trotzdem hätten wir nicht den Notarzt rufen können, weil die Situation nicht so damatisch war wie es aussah. Er wäre kein psychischer Notfall gewesen.

Da ich wieder einmal nichts von den Ämtern gehört habe, hatte ich Patty letzte Woche selbst dorthin geschickt. Die Rente kommt nicht einmal mehr auf Umwegen zu uns, sondern wird eingehalten bis die Betreuungssache geklärt ist. Mit all den Briefen die ich an die Betreuungsstellen, sowie auch an den Richter vom Amtsgericht geschrieben habe ist Patty dann losgezogen.. Natürlich klingelte dann auch hier das Telefon. Ich habe erfahren das seine Akte seid vier Wochen beim Richter liegt. Unbearbeitet! Der Sachbearbeiter schickt jetzt ein Eilverfahren, mit Vorschlag einer neuen Betreuerin. Der Rest wäre Sache des Richters. War es nicht schon die ganz Zeit eilig?! 

Patty ist in seiner inzwischen renovierten Wohnung zurück. Er kann weder Strom, noch Miete bezahlen. Lebensmittel und die Sachen des täglichen Lebens kaufen wir ihm.

Ich bin  finanziell am Ende, doch es interessiert keinen. Mein Sohn ist wirtschaftlich ruiniert, das interessiert ebenso niemanden. Vielleicht muß er aus der Wohnung raus, weil die Betreuerin nicht dafür gesorgt hat, daß er weiterhin seine Rente bekommt, die Ersthilfe die für unter anderem für die Kaution war zu niedrig ausfiehl. Die Anträge hatte sie ja garnicht, oder zu spät ausgefüllt. Es interessiert keinen, nicht einmal den blöden Richter, der die Akte noch nicht eingesehen hat, geschweige denn meine Briefe. Mein Telefonat hatte er schon vor Wochen abgewimmelt. Naja,er wird sich um sein tägliches Brot keine Sorgen machen müssen.

Ich jedenfalls bin so gut wie am Ende. Psychisch, gesundheitlich und finanziell. Das alles kostet mich viel Geld, Kraft und Nerven. Ich bemerke selbst wie ich den ganzen Mut verliere. Den Mut weiter zu kämpfen. Aus meiner Wut ist eine immer größere Traurigkeit geworden, die ich mir aber nicht anmerken lassen möchte. Es ist ja schon peinlich wenn man mich fragt, ob es was neues gäbe. Nein nichts Neues aber ein immer größer werdender sch****haufen. Entschuldigt dies Ausdruksweise. Im Job versuche ich mir gar nichts anmerken zu lassen, obwohl ich fix und alle bin. Dort versuche ich lustig und fröhlich zu sein, so wie ich es vor langer Zeit auch mal war. Doch innerlich könnte ich schreien.

Ich versuche ein guter Zuhörer zu sein und innerlich kämpfe ich gegen die Tränen. Gegen diese bitteren Tränen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich weiß das es nicht mehr lang gut geht mit mir, daß ich nicht so weiter machen kann ...................und doch mache ich so weiter. Was kann ich denn auch ändern?????????????? Manchmal möchte ich nur noch meine Ruhe, doch ich weiß ich werde diese Ruhe die ich will nicht finden.

22. September 2010

Patty wohnt wieder in seiner Wohnung. Er hat jetzt seid ca. 4 Wochen eine neue Betreuerin. Sie hat sich schnell um den ganzen behördlichen Kram gekümmert, so daß die Rente seid Ende August endlich auf sein Konto überwiesen worden. Die Trümmer müssen zwar noch beseitigt werden, aber ein Anfang ist gestartet.

Ein Termin für die Medikamentenumstellung gibt es noch nicht, ich hoffe allerdings das es nächsten Monat neueres gibt, denn die Nebenwirkungen sind heftig und die Medikamente einfach zuviel.

Armins Bruder ist verstorben. Er starb nach dreijährigen Kampf, fünfzigjährig an Lungenkrebs. Das hat uns sehr getroffen.

Für Ewald

Jeder folgt in seinem Leben einer Straße.
Keiner weiß vorher, wann und wo sie endet.
Alle hinterlassen Spuren und manche kreuzen unseren Weg.
Einige, die wir trafen, werden wir nicht vergessen.
Auch wenn sie für immer gehen,
in unseren Herzen und unserer Erinnerung bleiben sie.

Karin Schmidt  

Um Armin mache ich mir ebenfalls groß Sorgen. Er hat stark abgenommen und Probleme mit dem Magen. Beim Ultraschall konnte der Arzt eine Veränderung sehen ( ich weiß selbst nicht was er damit gemeint hat). Nun muß e ins Krankenhaus für eine Magenspiegelung, da er vor zwei Jahren am Mageneingang operiert worden ist und das aus dem Grund nicht ambulant zu machen ist. Durch den Tod seines Bruders habe ich verdammte Angst um ihn, ich weiß ja das, daß nichts schlimmes heißen muß, aber.........da ist eben noch mein Kopfkino. Ich habe große Angst vor dem Allein sein, ich kämpfe nahezu mit Verlustängsten. In den letzten Jahren sind einige aus dem Verwandten und Bekanntenkreis verstorben, manche noch recht jung. Die Trauer und diese Endgüligkeit kann einen regelrecht zur Verzweiflung bringen. Vielleicht noch schlimmer als die tägliche Angst um meinen Sohn.

 

Unser Forum-Treffen am 18 September in Köln war wiederum sehr schön. Wir waren insgesamt  elf betroffene Mütter und Väter  Manche haben wirklich weite Strecken auf sch genommen  ( Bayern, Brandenburg und Cottbus) nur um sich kennenzulernen. Die Meisten von ihnen kannten sich nur vom Forum, doch wir waren uns sehr vertraut. Ich selbst habe mich gut aufgehoben gefühlt. Man hat zusammen geweint, aber auch gelacht. Ich selbst habe mich sehr wohl gefühlt und ich glaube den anderen ging es ähnlich. Ich hoffe sehr das wir uns nächstes Jahr wieder treffen und das sich vielleicht noch einige Eltern dazu gesellen werden.

12.10.201

Das vorläufige Ergebnis haben wir. Armin hat eine diabetische Nervenschädigung am Magen. Seine Mahlzeiten verbleiben zu lange im Magen, weil die Magenmuskulatur durch die Nervenschädigung nicht mehr richtig arbeitet. Der Volksmund nennt sowas auch Magenlähmung. Er bekommt jetzt eine Medikament was die Kontraktionen anregt, in der Hoffnung das es auch anschlägt. Sollte er weiterhin so drastisch abnehmen, müssen weitere Untersuchungen gemacht werden, denn nach wie vor findet er Arzt die bedenklich.

Jeden Tag erwarten wir die Geburt unserer ersten Enkelin. Auf diesen Lichtblick freue ich mich. Sie wird wieder ein wenig Farbe in meinem Leben bringen.

Ja und Patty..............! Er konsumiert zwischenzeitlich wieder ganz schön. Heute habe ich ihn zu sich nach Hause geschickt. Er sollte mir  helfen. Meine Mutter ist vor zwei Wochen umgezogen und es steht noch heftig Arbeit an. Ebenso muß ihr Garten winterfertig gemacht werden. Der Dienstag und der Sonntag sind meine einzigen freien Tage  Ich wollte mit seiner Hilfe in wenigen Stunden so viel wie möglich schaffen. In dem Zustand wie er heute war, war er mehr eine Belastung. Ich weiß nicht was er wieder genommen hat, aber er war heftig drauf. Natürlich gibt er das nicht zu. Auf jeden Fall hatte er wieder irgendwelche bunte Farben und Gestalten gesehen. Es schien in sehr zu erheitern und mich machte es zunehmend wütender. Als ich später in meine Handtasche schaute, waren auch meine Medikamente weg. Ich kann doch nich immer alles verschließen und verstecken, weil er mit seinen polytoxem Verlangen ständig danach sucht.

 Der Termin für die Klinik steht immer noch nicht fest, obwohl schon lange die Medikamentenumstellung geplant wurde.

Was soll ich dazu schreiben. Man schwebt zwischen Wut, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Wartet auf den nächsten Knall und bereitet sich so gut es geht drauf vor. Heute Abend ist es die Traurigkeit, die Verzweiflung und die Zweifel auf ein normales, sorgloses Leben in naher Zukunft. Es quählt mich und frißt mich von innen nahezu auf. Es macht mich auch kraftlos, werde immer müder.

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Am 21.10.2010 kam unsee kleine Lia zur Welt.

Mit stolzen 52 cm und 3300g.

Wir als frischgebackenen Großeltern und  die Onkels sind sehr stolz.

 

 

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