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Die Zeit danach
 Teil II
Gästebuch 4

 

Armin vor 2,5 Jahren

19.06.2017

Mittlerweile haben wir unsere kleinere Wohnung bezogen, während Sammy in unserer alten Wohnung eingezogen ist. Die Renovierungen sowie Umzüge waren ganz schön anstrengend. Mir fehlt nur noch eine Küche, solange habe ich mir notdürftig mit Kochplatte, Wasserkocher und Mikrowelle etwas eingerichtet. Ich nenne das großzügig "Designerküche".

Die Besuche bei Patty sind immer wieder ein Highlight für ihn und uns. Sein Gesundheitszustand ist gleichbleibend und den Umständen entsprechend gut. Ich hoffe das Armin ihn noch eine längere Zeit besuchen kann. Allerdings habe ich dort auch schon vorgesprochen das, wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, Patty mit einer Begleitperson ihn besuchen kann.

Armin geht es nicht so gut. Es ist ein sehr langsames sterben. Chemo haben wir für eine zeitlang abgebrochen, damit er sich wenigstens davon erholen kann. Nach einem Gespräch mit dem Onkologen wird diese jetzt verändert fortgesetzt. Wir sollen noch eine andere Möglichkeit probieren.Jedoch wenn wir bemerken das die Chemo ihn genauso hinrafft wie die bisherige, sind wir am überlegen diese dann auch abzubrechen. Uns geht es um die Lebensqualität. Dann lieber eine kürzere Zeit die qualitativ besser zu leben ist, wie auf langer Hinsicht nur Schmerzen, Erbrechen und die ganzen anderen schrecklichen Nebenwirkungen, die diese Behandlung mit sich bringt. Dennoch sind das alles Entscheidungen die Armin alleine treffen muß, die Überlegung hatten wir nur beide. Ich muß nicht mit den ganzen Nebenwirkungen leben, nur zusehen wie ihn das alles hinrafft. Letztenendlich führt alles beide bis zum Tod und seine Lebensuhr läuft langsam ab, so weh uns das auch tut. Trotz der Chemo haben sich wieder neue Lebermetastasen gebildet. In Kürze bekommt er auch ein MRT des Kopfes,um zu schauen ob sich nicht auch schon Hirnmetastasen gebildet haben. Krebs ist eben ein Arschloch, nicht nur für die Betroffenen, sondern dem ganzen Rattenschwanz der daranhängt. Fazit ist: Auch jeder verdient auch noch an dieser Krankheit. Was haben wir schon ein Geld an Medikamente ausgegeben, die von den Kassen nicht übernommen werden. Natürlich auch für den Funken Hoffnung an Naturheilmitteln. Ist Gesundheit ein Ding was sich nur reiche Leute leisten können? Nein, die beißen genauso wie alle anderen ins Gras! .Jedoch hat einer der besser betucht ist als wir, nur mehr Möglichkeiten. Ich will nur nicht verbittern. Es gibt soviel Elend auf dieser Welt, da können wir uns hierzulande ja noch glücklich schätzen.

Armin und ich November 2016

Ich selber werde ebenfalls immer dünner. Anfangs dachte ich, daß liegt an meinem künstlichen Darmausgang, doch ich glaube wenn ich ehrlich bin, ist es meine Seele die leidet. Armin verändert sich durch Krankheit und Schmerz. Manchmal bin ich nahezu wütend auf ihn und dann tut er mir wieder furchtbar leid und habe ein schlechtes Gewissen über die schon mal aufkommende Wut. Es gibt so viele Situationen, da könnte ich in den nahegelegenden Wald laufen und mir die Seele rauschreien. Da gibt es tatsächlich Tage da möchte ich lieber tot sein, als mir das Leid und Elend ansehen Ich weiß allerdings das ich mir und allen anderen die mich lieben das nicht antun kann. Das hält mich!!! Wer mir erzählt das die letzten Tage, Wochen, Monate einer Erkrankung von der man weiß, daß diese unwiderruflich zum Tod führt die schönsten und vertrautevollsten des Lebens oder Zweisamkeit wären, der hat für mich schlichtweg gelogen. Vielleicht lebe ich auch ein anders Leben in der letzten Zeit unserer Zweisamkeit. Es ist vielleicht die intensivste Zeit mit Achterbahnen der Gefühle. Gefühle wie Wut, Trauer, Hass, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Am Schlimmsten ist die Verzweiflung und keine Chance auf Hoffnung. Angst vor dem Allein sein, mit einem Haufen Probleme. Angst davor Patty`s Entlassung irgendwann mal alleine durchzustehen und vielleicht mit dem ganzen Wahnsinn der da noch kommt. Angst vor der Trauer, Angst vor der Trauer meiner Kinder, Angst, Angst, Angst!!!! Ach vielleicht mache ich mir einfach nur zu viele Gedanken. 

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